SPD Fredersdorf-Vogelsdorf

9. November: Es ist unser Feiertag!

Allgemein

Heute beginnt in Berlin die große Festivalwoche zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Der 9. November 1989 ist für alle Deutschen ein besonderer Tag. Er ist das eigentliche Ende von zwei furchtbaren Weltkriegen. Er ist das Ende des Kalten Krieges und einer Grenze, die man Eisernen Vorhang nannte. Er ist auch der Tag, an dem vor 101 Jahren Sozialdemokraten also im Jahre 1918 für Deutschland die Republik ausriefen. Die Nationalsozialisten haben ihn in den Dreck gezogen und schließlich dafür gesorgt, dass dieser Tag mit dem Blut Millionen Unschuldiger besudelt wurde. Eine Betrachtung von Hajo Guhl

3D-Video an der East-Side-Gallery, Foto: Alexander Rentsch

In diesen Tagen werden sie wieder gezeigt: Diese Bilder der überschwänglichen Freude. Menschen stürmen die Mauer, überwinden eine Teilung, die mit dem Bau am 13. August 1961 ihren Höhepunkt fand. Ein Albtraum für ganz Europa näherte sich seinem Ende. Für die DDR, die sich bis zuletzt erster sozialistischer Staat auf deutschem Boden nannte und sich mit einem antifaschistischem Wall gegen den Kapitalismus wehrte, hieß es Bilanz ziehen. Kurz gesagt: Der Staat war pleite, die Wirtschaft hinkte hoffnungslos hinterher und die Bürger liefen davon.

Es gibt also Grund genug, dieses Ereignis zu würdigen. Berlin feiert eine Woche lang den Fall der Berliner Mauer. Das Programm ist riesig im wahrsten Sinne des Wortes! Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass es die Monats-Demos rund um die Leipziger Nikolaikirche waren, die das Ende der DDR einläuteten!

Dieser 9. November wird nun „Schicksalstag“ der Deutschen genannt und er ist so „belastet“, dass der 3. Oktober zum Nationalfeiertag in Deutschland auserkoren wurde.

Der 9. November 1918 steht nicht nicht nur im Zeichen eines verlorenen Weltkrieges sondern für die Überwindung der Monarchie. An diesem Tag ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann, von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die „Deutsche Republik“ aus. Er wird Friedrich Ebert im Februar 1919 als Regierungschef ablösen. Dieser wird erster Präsident der jungen Weimarer Republik. Die Sozialdemokraten hatten bei den ersten Wahlen im Jahre 1919 über 37 Prozent der Stimmen im Deutschen Reich erhalten. Die USPD, später KPD, gerade einmal 7,6 Prozent.

Genau am 9. November 1923 putscht der greise Weltkrieg I-General Erich Ludendorff mit weiteren Beteiligten unter anderem auch Adolf Hitler und der NSDAP an der Münchner Feldherrenhalle zunächst gegen die bayerische Landesregierung. Nach dem Vorbild von Benito Mussolini und seinem Marsch auf Rom wollen sie dann auch die Weimarer Republik stürzen.

Die Nacht der nationalsozialistischen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung vom 9. auf den 10. November 1938, haben die Nazis wieder ganz bewusst ausgesucht.

Das Ziel: Jede Erinnerung an die Weimarer Republik sollte ausgelöscht werden. Der „spontane Aufstand“ gegen Juden und jüdische Einrichtungen war sorgfältig geplant. Bereits am 7. November begannen im ganzen Dritten Reich die Übergriffe.

Der 9. November wird schließlich am 1. März 1939 von Hitler zum staatlichen Feiertag erklärt. Zum Gedenktag der Bewegung, wie auch München als Ausgangspunkt des Nationalsozialismus „Hauptstadt der Bewegung“ war.

Knapp sechs Jahre später liegt Europa 1945 in Schutt und Asche. Die Völker beklagen 60 Millionen Tote. Darunter sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens.

Was bleibt ist der 9. November. In der Tat ein schwieriger Tag. Wir sind mit ihm gefangen im Unwesen des Nationalsozialismus, dem es auf perfide Weise gelungen ist in unserer Erinnerung zu bleiben. Und der dann noch auflebt in unserer Gesellschaft, wohl auch nie verschwunden ist.

Der 9. November 1989 ist aber auch Symbol, dass ein Volk sich gegen Unterdrückung wehren kann. Zusammen mit dem 9. November 1918 macht das Hoffnung.

Feiern wir also. Trotzig, heiter und gelassen.

Nachtrag: Am Wochenende Anfang November hat eine Berlinerin ihren 98. Geburtstag gefeiert. Mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln, Freunden und Bekannten. Sie gehört zu den jüdischen Frauen, die Nazis und KZ überlebt haben. Oder in Verstecken von Berlinern, die ein Herz hatten. Es ist ein Schande für Deutsche, was diese Menschen durchgemacht haben. Die Überlebenden des Holocaust sind nach dem Krieg nach Berlin zurückgekommen, weil die Stadt ihre Heimat ist. Sie sind entsetzt, was in diesen Tagen in unserer Republik geschieht. Sie fordern: „Nennt die Faschisten endlich beim Namen. Es sind Faschisten. So hat es in der Weimarer Republik auch angefangen!“

 

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30 Jahre SPD Ortsverein Fredersdorf

Am 24.01.1990 wurde der SPD Ortsverein Fredersdorf gegründet. Hier seine Geschichte.

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Zur Ortshistorie: Adolph Hoffmann

Adolph Hoffmann (1858 – 1930) wohnte mehrere Jahrzehnte in Vogelsdorf. Er war in bitterer Armut aufgewachsen und konnte nur 4 Jahre die Schule besuchen. 1918 wurde er preußischer Minister für Volksschulwesen, Kirchenfragen und Theaterangelegenheiten. Wie hat er diesen beeindruckenden Aufstieg geschafft?

  • In der Anlage 1 finden Sie ein Papier, das ich 2009 anlässlich eines Referats zu Hoffmanns Wirken verteilt habe.
  • Den, der mehr über A. Hoffmann wissen möchte, verweise ich auf das als Anlage 2  beigefügte Exposé des über sein Leben veröffentlichten Buches. Dieses Buch erschien im Eigenverlag. Eventuelle Gewinne aus dem Buchverkauf spenden wir als Herausgeber im Sinne A. Hoffmanns für die Jugendarbeit.

Volker Heiermann

dl/Referat_A_Hoffmann,_Handout_Jun09.,_2012pdf.pdf

dl/2018_-_06,_Expose.pdf

 

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